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Herzlich willkommen

  • Der KKV-Diözesanverband Münster ist ein katholischer Sozialverband mit 14 Ortsgemeinschaften im Bistum Münster. Grundlage unserer Arbeit ist die katholische Soziallehre.
  • Der KKV bietet regional und überregional in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter Weiterbildungsmöglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung, zu beruflichen Themen, zur Soziallehre, zu Fragen der Ethik, Glaubens- und Sinnsuche an.
  • Gemeinsame Reisen, Wallfahrten und Bildungsfahrten stehen ebenso auf dem Programm, wie Vorträge zu gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen, medizinischen und religiösen Themen.
  • Viele Ortsgemeinschaften bieten ein Netzwerk der gegenseitigen Unterstützung in privaten wie beruflichen Dingen.
  • Als Mitgliedsverband im Diözesankomitee der Katholiken nehmen wir Einfluss auf Entwicklungen in Gesellschaft und Kirche unseres Bistums.
  • Der KKV, 1877 als katholisch Kaufmännischer Verein gegründet, wendet sich seit über 40 Jahren an christliche Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung unter dem Motto: „Dem Menschen dienen“.

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    KKV nimmt Stellung zu geplanten Ladenöffnungen an Adventssonntagen

    In der Corona-Pandemie will die NRW-Landesregierung eine Ladenöffnung an den Nachmittagen der Adventssonntage 2020 ausnahmsweise zulassen. Warum der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) im Bistum Münster das toleriert, sagt Diözesanvorsitzender Norbert Zumbrägel im Interview mit „Kirche-und-Leben.de“.

    Mal ehrlich: Hinter dem Argument, durch verkaufsoffene Sonntage werde das Infektionsrisiko minimiert, stecken doch rein wirtschaftliche Interessen!

    Der KKV steht schon seit Jahren hinter der Aktion „Wir sind Sonntagsschützer“. Aber in der derzeitigen Pandemie müssen nicht nur arbeitsrechtliche Aspekte, sondern auch gesundheitliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Durch die Öffnung an den vier Sonntagnachmittagen in der Adventszeit und am ersten Sonntagnachmittag im neuen Jahr besteht die Möglichkeit, eine Entzerrung des Einkaufsverhaltens zu erreichen. Diese Öffnung sollte jedoch eine Ausnahme bleiben. Auch der soziale Aspekt für die Mitarbeiter muss berücksichtigt werden.

    Corona ist ja 2021 wohl nicht vom Tisch. Wie wollen Sie als katholischer Verband darauf hinwirken, dass verkaufsoffene Adventssonntage Ausnahmen bleiben?

    Die katholischen Verbände sollten auch weiterhin in der Aktion „Sonntagsschützer“ gemeinsam arbeiten. Beim Sonntagsschutz geht es um den Schutz der Arbeitnehmer und ihrer Familien. Aber eine Lastenverteilung – für Angestellte mit Familien zum Beispiel auf freiwilliger Basis – ist für eine begrenzte Zeit sozial verantwortbar. Der wirtschaftliche Aspekt ist dabei ein unfreiwillig gegebener Nebeneffekt.

    Lockdown, Home-Schooling und Co. – die Familien haben durch Corona eine Menge Stress. Und jetzt sollen die Adventssonntage zum Luftholen wegfallen?

    Da wir nicht abschätzen können, welche Auswirkungen Corona noch für die Arbeitsplätze, für Familien und die Gesellschaft hat, muss auf jeden Fall die Politik Rahmenbedingungen schaffen, die sozialverträglich sind. Das könnte auch für eine begrenzte Zeit eine Öffnung des Ladenschlussgesetzes bedeuten. Vielleicht mit der Einschränkung, dass Mitarbeiter mit Kindern hier nur auf freiwilliger Basis eingesetzt werden dürfen. Aber auch die wöchentliche Arbeitszeit darf nicht überschritten werden. Wie groß der gesundheitliche und wirtschaftliche Effekt jeweils ist, lässt sich nicht prognostizieren. Aber ohne eine Durchführung gäbe es gar keine Auswirkungen.

    Quelle: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/sonntagsoeffnung-im-advent-pro-und-contra-katholischer-verbaende
    Hier finden Sie auch weitere Stellungnahmen und Positionen zur geplanten Sonntagsöffnung

     

    KKV HANSA Münster wählt Vorstand

    Am vergangenen Mittwoch konnte nun endlich die Mitgliederversammlung des KKV HANSA Münster unter Corona-konformen Hygienebedingungen nachgeholt werden. Knapp 40 Mitglieder waren in den KKV-Hansahof gekommen, um nach dem Totengedenken den Rechenschaftsbericht des Vorstandes entgegenzunehmen. Der Hausverwalter Michael Thesing berichtete über den Stand der Dinge, was die Gründung einer KKV.HANSA-Münster-Stiftung betrifft.

    Ebenso standen Wahlen auf der Tagesordnung. Einstimmig (wieder)gewählt wurden Norbert Zumbrägel (Vorsitzender), Hermann Haddenhorst und Karl-Heinz Beckstedde (stellv. Vorsitzende) als auch Mechthild Steinheuer, die in das Amt der Schriftführerin wechselt. Neu im Vorstand sind Manfred Springmeier als Schatzmeister und Marie-Luise Lammert als Beisitzerin. Die Versammlung entschied zudem, die diesjährige Adventsfeier trotz Corona am 29. November um 15:00 Uhr im Hansahof zu begehen. Stiftungsfest und der „Abend am Kamin“ müssen jedoch leider ausfallen.

    Man spürte an diesem Abend, wie wichtig es für die KKV-Mitglieder war, endlich einmal wieder einander zu begegnen und ins Gespräch zu kommen.

    Vorstand-KKV-Muenster-2020

    Der Vorstand des KKV HANSA Münster (v.l.): Mechthild Steinheuer, Norbert Zumbrägel, Marie-Luise Lammert Karl-Heinz Beckstedde, Manfred Springmeier, Hermann Haddenhorst

     

    Gelegenheit macht Diebe

    Referat zum Thema Sicherheit beim KKV Gronau und Epe

    Häufig liest man Berichte, dass Seniorinnen und Senioren Opfer von Betrügereien oder Gewalttaten werden. Der KKV hatte daher zu einem Vortrag zum Thema Sicherheit in die „Alte Tenne" eingeladen. Peter Großmann von der Polizei Borken war der Referent und gab zu verschiedenen Themenbereichen wertvolle Tipps.

  • Gefahren an der Haustür: Trickbetrüger versuchen unter allerlei Vorwänden, in fremde Wohnungen zu gelangen. Es gibt Kriminelle, die insbesondere alleinstehende ältere Menschen gezielt in ihren Wohnungen aufsuchen. Diebstahl ist das Ziel. Daher sollte man niemals fremde Personen in die Wohnung lassen. Und in keinem Fall Geld geben.
  • Gefahren am Telefon: Beim sogenannten „Enkeltrick“ rufen Betrüger bei in der Regel älteren allein lebenden Personen an, geben sich als Enkel oder Bekannte aus. Dabei wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht. Ziel ist es, schnell an Geld zu kommen. Falsche Gewinnversprechen sind ein weiterer Weg, um betrügerisch an Geld zu kommen.
  • Gefahren unterwegs: Taschendieben wird es oft leicht gemacht, da passe das Sprichwort „Gelegenheit macht Diebe". Es reiche aus, unterwegs die EC-Karte, einen kleinen Geldbetrag und die Versicherungskarte dabei zu haben. „Die Geld­börse muss nicht dick sein wie ein Gebetbuch", so Großmann. Die Wiederbeschaffung von Dokumenten kostet Zeit und etwa 200 Euro. Geldbörsen oder Handtaschen gehören nicht in den Einkaufswagen oder Fahrradkorb. Wertgegenstände sollten immer am Körper getragen werden, so der Rat.
  • Gefahren zu Hause: Man muss es Einbrechern schwer machen, ins Haus zu gelangen. In der Regel sind Einbrecher innerhalb von fünf Minuten fertig. Die gestohlenen Beträge sind in der Regel nicht hoch, die psychische Belastung der Geschädigten aber dauert lange.

  • Die Polizei bietet Beratungen vor Ort an, um sich vor Einbrüchen zu schützen. „Gerade jetzt, da sie hier sitzen, zwischen 16 und 22 Uhr, ist übrigens die Zeit der Einbrecher", erwähnte der Referent am Ende seiner Ausführungen. Das anschließende Grillen und Klönen wurde allerdings durch diese Bemerkung nicht beeinträchtigt, so der KKV.

    Gelegenheit-macht-Diebe

     

    Stefan Dohler (Vorstandsvorsitzende der EWE AG) zu Gast bei der KKV-Bezirksgemeinschaft Oldenburg

    EWE-Vorstandschef-Stefan-DohlerNach langer Zeit des Lockdowns freut sich die Bezirksgemeinschaft, Mitgliedern und Interessierten endlich wieder einen Gesprächsabend mit einem hochkarätigen Referenten anbieten zu können.

    Am 24. September 2020 wird der Vorstandsvorsitzende der EWE AG, Stefan Dohler, Gast der KKV-Bezirksgemeinschaft Oldenburg sein und in einem Referat auf die Unternehmung EWE und den Energiemarkt in Deutschland eingehen. Die Veranstaltung findet um 19:30 Uhr im Forum St. Peter an der Peterstraße in Oldenburg statt.

    Die EWE AG (früher „Energieversorgung Weser Ems“) ist als maßgeblicher Energieversorger in der Region Oldenburg bekannt. In der Branche als besonders innovativ bekannt, ist die EWE AG ein wichtiger Unterstützer bei der überregionalen universitären Energieforschung und -entwicklung, aber auch bei der IT-Technologie, wo das Unternehmen wegweisende Impulse entwickelt und zukunftweisende Akzente setzt.

    Stefan Dohler wird zum einen den Umbruch in der Energiewirtschaft beleuchten und zum anderen auf die technischen Veränderungen in der IT-Branche sowie die Herausforderungen an eine digitale Zukunft eingehen. Diese Themen sollen diesem Abend ausführlich angesprochen und diskutiert werden.

    Bei dieser Veranstaltung werden die vorgeschriebenen Mindestabstände durch entsprechende Bestuhlung berücksichtigt. Interessierte werden gebeten, sich für ihre Teilnahme telefonisch unter 0441-84209 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. bis zum 17.9.2020 bei Herrn Georg Konen anzumelden.

     

    Bezirksgemeinschaft Oldenburg: Familientag 2020 abgesagt

    Faellt-leider-ausSeit vielen Jahren lädt die KKV-Bezirksgemeinschaft Oldenburg Mitglieder und Freunde nach den Sommerferien zum traditionellen Familientag ein. Leider muss das diesjährige Treffen, geplant am 23. August 2020 im Museumsdorf Cloppenburg, aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Als neuer Termin für den Familientag ist der 5. September 2021 reserviert. Im Übrigen wünschen die Verantwortlichen allen eine gute Sommerzeit mit wohlverdienter Ruhe und Erholung … „Bleiben Sie gesund!“

     

    Meinung: „Unser Haus brennt!“

    Thomas RuscheDer voranschreitende Klimawandel, Armut und Not vieler Menschen und nicht zuletzt die in den armen Ländern besonders stark grassierende Corona-Pandemie führen uns die Notwendigkeit einer sozial-ökologischen Umkehr vor Augen. PD Dr. phil. Dr. rer. pol. Thomas Rusche, der an zahlreichen Universitäten Wirtschaftsethik lehrt, geht in der nachstehenden Kolumne vom 25.6.2020 in der Tagespost auf diese Thematik ein und skizziert, wie sich der entsprechende Wandel realisieren lässt.

    Die Polarkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt, in Sibirien brennen die Wälder, 18000 Kinder sterben jeden Tag vor Hunger, 79,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht, 300 Millionen Coronainfizierte werden für diesen Sommer allein in Indien erwartet. Warum hören wir die Klage der Armen und der Erde nicht? Das gemeinsame Haus brennt - und wir jäten ungestört unseren adretten Vorgarten.

    Unter dem Brennglas erblicken wir die Wunden des Kapitalismus auf den Schlachthöfen Westfalens. Trotz vollmundiger Bekundungen steht dort das Wohl von Mensch und Tier offensichtlich nicht im Mittelpunkt. Osteuropäische Arbeitsmigranten werden unter pandemiefördernden Umständen von verantwortungslosen (Sub-)Unternehmern hin und her gekarrt, um für unsere Billigfleischversorgung zu schuften. So wird die deutsche Provinz zum europäischen Coronahotspot. Das Elend beginnt vor unserer Haustür – wir schauen weg und genießen auf der Gartenterrasse unseres brennenden Hauses die Grillwürste aus der Fleischtheke.

    Doch es gibt Zeichen der Hoffnung: Papst Franziskus ruft uns zum fünften Jahrestag der ökologischen Sozialenzyklika „Laudato Si“ zur hegenden Sorge um das gemeinsame Haus auf. (In cammino per la cura della casa comune): Menschenleben zu schützen und die Natur zu bewahren ist keine zweitrangige Option, sondern erste Christenpflicht. Corona zeigt, dass auf diesem Planeten alles zusammenhängt. Es bedarf deshalb einer integralen sozial-ökologischen Umkehr, die bei der Erziehung des Menschen ansetzt.

    Der erste Ort um Respekt vor der Schöpfung zu erlernen ist die Familie. Hier gilt es von der Kleidung bis zur Nahrung die konsumistische Wegwerfmentalität zu überwinden und einen genügsamen nachhaltigen Lebensstil zu verinnerlichen. Schulen und Universitäten kommt die Aufgabe zu, das Konzept einer integralen Sozial-Ökologie systematisch zu reflektieren und Menschen zu qualifizieren, für unser gemeinsames Haus solidarische Zukunftsverantwortung zu übernehmen.

    Insbesondere die katholischen Universitäten werden aufgerufen, die ökologische, soziale, politische und ökonomische Dimension in Forschung und Lehre zu integrieren und den Studierenden handlungsleitendes Orientierungswissen zu vermitteln. Unternehmen können ihren Beitrag zum Weltgemeinwohl leisten, indem sie menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen, faire Löhne zahlen und aktiven Umweltschutz betreiben. Die internationale Politik bedarf eines neuen Entwicklungsmodells, das den Kampf gegen Armut und Klimawandel synergetisch verbindet. In einem lebenswerten gemeinsamen Haus darf es keinen Platz für Ausbeutung und Versklavung, Hungertote und Menschenhandel geben. Regenwälder sind wieder aufzuforsten, CO2-Emmissionen müssen reduziert und die Recycling-Wirtschaft ausgebaut werden.

    Um den Brand unseres gemeinsamen Hauses zu löschen bedarf es dramatischer Sofortmaßnahmen, denn „die Zeit ist kurz“ (1 Kor 7,29). Wir müssen sofort umsteuern. Hand in Hand. Alle zusammen. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie zeigt, dass wir dazu in der Lage sind.

    Thomas Rusche

    Der Autor wurde 2019 vom KKV als „Ehrbarer Kaufmann“ ausgezeichnet. Er lehrt Wirtschaftsethik an der HfPh München, der Uni Siegen und der WHU Vallendar.

     

    Diözesankomitee lädt keine AfD-Vertreter ein

    „Kein Forum für rechtsradikale Hetzer im Bistum!“, fordert das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster. Die AfD und einige ihrer prominenten Vertreterinnen und Vertreter propagierten politische Vorstellungen und Programme, die mit einem christlichen Menschenbild und christlichen Werten nicht vereinbar seien, sagt Kerstin Stegemann, Vorsitzende des obersten Laiengremiums der Katholischen Kirche im Bistum.

    „Mitglieder und Kandidatinnen und Kandidaten der AfD sind in vielfacher Weise bemüht, sich in sozialen Netzwerken und in der Öffentlichkeit als Politikerinnen beziehungsweise Politiker darzustellen, die die bürgerliche Mitte repräsentieren. Sie werden jede Einladung einer kirchlichen Organisation oder Gruppe dazu nutzen, über den wahren Inhalt und die Bedeutung ihrer menschenverachtenden Programmatik hinwegzutäuschen“, erläutert Stegemann. Die katholische Kirche im Bistum dürfe ihnen deshalb keine Gelegenheit dazu geben und kein Forum für die Verbreitung der Positionen der AfD bieten, meint sie.

    Der Vorstand des Diözesankomitees beschließt deshalb, bei eigenen Veranstaltungen keine Vertreterinnen und Vertreter der AfD einzuladen. Das Diözesankomitee empfiehlt seinen Mitgliedern dringend, bei Veranstaltungen keine Vertreter der AfD einzuladen und darauf hinzuwirken, dass bei keiner kirchlichen, verbandlichen oder pfarrlichen Veranstaltung AfD-Mitgliedern oder -Funktionäre eine Bühne oder ein Podium geboten wird. Wenn Vertreter der AfD um Teilnahmemöglichkeiten ersuchen, sollten diese unbedingt abgelehnt werden.

     

    Ursula Nothelle-Wildfeuer und Lukas Schmitt: Solidarität in der Corona-Gesellschaft

    Solidaritaet-CoronaDr. theol. Ursula Nothelle-Wildfeuer (Professorin für Christliche Gesellschaftslehre) und Lukas Schmitt M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beschäftigen sich in Heft 470 in der Reihe „Kirche und Gesellschaft“ aktuell mit folgender Thematik:

    „In den vielfältigen Beobachtungen und Analysen während der Corona-Krise ist oftmals von neuer sozialer Kohäsion und von wachsender Solidarität in unserer Gesellschaft die Rede, ebenso aber auch von nationalem Egoismus und zunehmender Ungerechtigkeit. Damit klingen in diesem Diskurs Grundwerte und Prinzipien an, die zum Kernbestand christlicher Sozialethik gehören. Im Hintergrund läuft also zugleich die Frage mit nach ihrem möglichen Beitrag zur aktuellen Debatte, um den es in dieser Ausgabe gehen wird.“

    Sie können diesen lesenswerten Artikel als PDF-Dokument hier downloaden:
    Solidarität in der Corona-Gesellschaft

     

    Synodaler Weg wird wegen Corona verlängert

    Logo-Synodaler-WegBisher wenig inhaltliche Fortschritte

    Ein Doppel-Interview mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und dem Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ZdK in der „Süddeutschen Zeitung“, ein Newsletter ab Juni, dazu Pressemitteilungen und Mails an die Teilnehmer. So viel Kommunikation war schon lange nicht mehr beim Synodalen Weg. Die Corona-Pandemie hatte die Debatte zur Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland, immer wieder als bislang einzigartig auf Ebene der Weltkirche bezeichnet, kalt erwischt.

    Wenige Wochen, nachdem sich die Synodalversammlung unter großem Medieninteresse das erste Mal in Frankfurt getroffen hatte, kamen Lockdown und Kontaktbeschränkungen. Immer drängender wurde die Frage, ob die für Anfang September ebenfalls in Frankfurt geplante nächste Begegnung des Gremiums würde stattfinden können. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. In einem Brief an die 230 Mitglieder der Synodalversammlung verkündeten der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing, und ZdK-Präsident Thomas Sternberg, dass dieses Treffen auf Februar kommenden Jahres verschoben wird.

    Erst zwei von vier Arbeitsgruppen haben sich getroffen

    Daraus ergibt sich für den weiteren Verlauf: Anstatt wie ursprünglich geplant bis Oktober 2021 wird die von den Bischöfen und dem höchsten Gremium der katholischen Laien in Deutschland gestartete Initiative nun mindestens bis Februar 2022 dauern. Ein Langstreckenlauf ist dieser Synodale Weg ohnehin. Zu seinen Zielen gehört, nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Mit den vier zentralen Themen Macht, Sexualmoral, priesterliches Leben und Rolle der Frauen bohren die Teilnehmer zudem theologisch und kirchenpolitisch dicke Bretter. Über die Umsetzung möglicher Beschlüsse entscheiden die Bischöfe - beziehungsweise Rom, wenn es um grundsätzliche Fragen der Lehre geht.

    Die eigentliche Vorbereitung für die Synodalversammlung liegt bei vier Arbeitsgruppen, bestehend aus rund 35 Mitgliedern. Von diesen vier Foren konnten sich corona-bedingt erst zwei tatsächlich treffen. Seither läuft der Austausch teils auf virtuellem Wege. Die beiden Arbeitsgruppen zu Machtfragen und priesterlichem Leben wollen dem Vernehmen nach vor August zusammenkommen. Schon allein aus diesen Umständen gab es bislang inhaltlich wenig Fortschritte.

    Neue Zwischenetappe am 4. September

    Mit dem Rückzug des Kölner Weihbischofs Dominikus Schwaderlapp aus dem Forum zur Sexualität wurde unterdessen einmal mehr offenbar, dass die Gruppen, die sich gemeinsam auf den Weg gemacht haben, in unterschiedlichem Tempo und mit unterschiedlichem Marschgepäck unterwegs sind. Da gibt es jene, die auf eine Zulassung von Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern dringen. Und jene, die wie Schwaderlapp eine Veränderung oder Verwässerung der kirchlichen Lehre und Tradition fürchten.

    Anstelle der verschobenen zweiten Synodalversammlung will man nun eine Zwischenetappe auf dem Synodalen Weg einlegen. Für den 4. September laden die Organisatoren zu Regionaltreffen in Berlin, Dortmund, Frankfurt, Ludwigshafen und München ein. Auf der Agenda steht zum einen eine Zwischenbilanz aus den „kirchlichen Erfahrungen in der Corona-Krise“, wie es in dem Schreiben an die Teilnehmer der Synodalversammlung heißt: „Zum anderen streben wir einen konkreten Austausch über die bisherige Arbeit in den Synodalforen an.“

    Neue Möglichkeiten durch Corona?

    Die Diskussion um das Auftreten der Kirche in der Corona-Krise nimmt gerade an Fahrt auf - und berührt zweifelsohne auch jene Themen, die ursprünglich für den Synodalen Weg gesetzt waren. Trotzdem hatten sich einzelne Teilnehmer bereits im Vorfeld skeptisch zu dem Ansinnen geäußert, nun auch noch diesen Aspekt in die Debatte mit aufzunehmen.

    In ihrem Schreiben werben Bätzing und Sternberg um Verständnis und bitten die Synodalen darum „sich auf diese Konferenz an fünf Orten einzulassen“. Und weiter: „Vielleicht setzen die uns auferlegten Begrenzungen gerade auch neue Möglichkeiten frei - durch eine andere Art von Begegnungen, Einsichten und geistlichen Erfahrungen.“

    Quelle: KNA

     

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